Parasiten

Parasiten, allen voran die Parasitenarten Cryptosporidium parvum und Giardia lamblia verursachten immer wieder Epidemien, zuletzt in den Jahren zwischen 1980 und 2000. Die schwerwiegendste Epidemie hierbei trat in Milwaukee auf, wo durch Cryptosporidien, die durch dasTrinkwasser trotz Chlorierung übertragen wurden, mehr als 400.000 Menschen erkrankten und über 100 Menschen starben.

Erkrankungen durch Cryptosporidien führen zu heftigen Durchfällen, die in vielen Fällen, vor allem bei schwachem Immunsystem der Betroffenen, zum Tod führen können.

Auch in Deutschland vermutet das Umweltbundesamt eine mögliche Belastung des Trinkwassers durch derartige Parasiten und empfiehlt daher die Aufbereitung des Trinkwassers in Wasserwerken, deren Wasser oft durch erhöhte Trübungswerte auffällig wird, mit entsprechenden Technologien zur Abtrennung der Parasiten aus dem Wassers mittels sterischer Vorgänge, also feinsten Filtern wie der Seccua Ultrafiltration. Da diese Technologie aber bisher zwar in den USA, Kanada, England und anderen Ländern, aber nicht in Deutschland zur Trinkwasserentkeimung per Regelwerk verordnet wird, geschieht eine derartige Aufbereitung nur in den seltensten Fällen.

Legionellen

Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit weisen nach, dass in ca. 14% aller Mehrfamilienhäuser, 9% aller Einfamilienhäuser und 27% aller Schulen und 9% aller Kindergärten, darüberhinaus in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Hotels und anderen öffentlichen Einrichtungen die Grenzwerte für Legionellen an den Entnahmestellen deutlich über den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung liegen. Schätzungsweise gibt es in Deutschland jährlich 30.000 Fälle von Legionellose.

Ergebnisse der Untersuchung von Wasserproben

Legionellen gelangen über das Kaltwasser in die Leitungssystem und vermehren sich dort vor allem in den Warmwassernetzen der Gebäude. Beim Einatmen der Keime unter der Dusche besteht die Gefahr der Infektion mit Legionellen, die schwere Lungenentzündungen verursachen können.

Legionellen wurden bisher mit hohen Temperaturen in den Leitungsnetzen bekämpft (auch nur sehr unzureichend), hierbei muss die Temperatur des Wassers über 60°C in alle Leitungsabschnitten betragen. Kalkbildung, Biofilm und Amöben in den Leitungsnetzen, sowie technische Gegebenheiten des Leitungsnetzes verhindern jedoch eine effektive Einwirkung der Temperatur auf die Legionellen.

Moderne, energieeffiziente Warmwasserbereiter wie Geothermie oder Solar sind meist nicht in der Lage, das Warmwasser auf genügend hohe Temperaturen zu erhöhen, um eine wirksamen Legionellendesinfektion zu gewährleisten.

Pseudomonas aeruginosa

Pseudomonas aeruginosa gelangt entweder über die Hausanschlussleitung in ein Hausinstallationssystem oder wird bei Arbeiten an der Installation bzw. bei der Neuinstallation durch kontaminierte Bauteile oder Werkzeuge und Arbeitsmaterial eingebracht. Totleitungen und Stagnationen in der Hausinstallation fördern die Vermehrung. Betroffen sind insbesondere Kaltwasserleitungssysteme inklusive deren Entnahmestellen, in Einzelfällen auch Warmwasserleitungssysteme.

Eine Kontamination des Leitungsnetzes und der Entnahmestellen kann insbesondere für Risikopatienten schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Zu den Risikopatienten gehören u.a. Mukoviszidose- sowie Bronchialerkrankte, Transplantatempfänger, Patienten nach schweren Operationen. Ein hohes Risiko besteht bei beatmeten Patienten auf Intensivstationen. Ferner gelten Pseudomonaden als ursächliche Erreger von schweren Hautinfektionen bei Verbrennungspatienten.

In den USA sterben jährlich 1.400 Menschen an Pneumonie, verursacht durch Pseudomona, die durch Wasser übertragen wurden.

Zudem wird erwartet, dass die Verbreitung von Pseudomona im Grundwasser durch klimabedingte Erwärmung des Grundwassers in Zukunft zunehmen wird.

Pseudomona wurden nicht nur in öffentlichen Trinkwasserversorgungen festgestellt, sondern auch in Stichproben von Mineral- und Tafelwasser.